„Wolken kneten.
Eine Stunde lang.
Mondlicht einsaugen.
Mondlicht ausblasen.
Jede Nacht stehe ich hier
und tauche mein Gesicht in den heiligen Schein.
Sternschnuppe mit der Zunge auffangen.
Sternschnuppe zerkauen.
Sternschnuppe ausspucken.
Ich trage die Dunkelheit als Mantel,
mein Schatten ist mein Leibwächter.
Er liegt und schläft trotzdem.
Wind fangen.
Wind in andere Richtung drehen.
Wind aufziehen.
Wind wieder loslassen.
Ich nehme mein Feuerzeug aus der Tasche und steuere die Lichtintensität.
Mond an, Stern an.
Ventilator aufgestellt.
Aufdrehen auf Stufe 3.
Farbtopf bereit.
Hintergrund verdunkeln.
Anthrazit, blau, schwarz.
Muss wach bleiben...........muss wach bleiben..........."
„Kinder, wendet nun euren Blick nach rechts. Das ist Testobjekt B09. Franz Albrecht, 42, bei uns eingeliefert wegen folgender Beanstandung: Arbeitslosigkeit, Lethargie, Trinksucht, Arbeitsscheu, Trägheit, sinnentleertes Vegetieren. Durch unsere neuentwickelte „Skalaris-Technik" wird ihm die Aufgabe zugeteilt, die sein Leben fundamental verändern soll: Er verkörpert derzeit den >>Hüter der nächtlichen Stunde<<."
(Staunen)
„Ziel ist, Albrecht die Notwendigkeit des Tätigseins bewusst zu machen, um diese Erkenntnis dann auf seine Realität zu projizieren. Ausgewählt für seinen Skalaritätszustand wurde die Nachtzeit, da bekannt war, dass Albrecht stets zur späten Stunde die höchsten Zweifel an seinen Fähigkeiten entwickelte und daraus resultierend um 22:30 die Stammkneipe aufsuchte, um Trost im Alkohol zu finden. Durch die Skalaristherapie wird nicht nur seine Aversion gegen Arbeit, sondern gleichzeitig sein Suchtproblem beseitigt.
Nächster Skalaritätsraum: Sören Meier, 36, Hypnosepatient Nr. C79..."